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Von
der Zucht der Riesenkaninchen bin ich mittlerweile so begeistert,
dass ich die im Vergleich zu kleineren Rassen höheren
Ansprüche bezüglich Futtermenge, Platzbedarf und
baldigem Zuchtbeginn gerne in Kauf nehme. Schon vor zwölf
Jahren haben es mir die Riesen angetan; ich begann die Weißen
zu züchten. Auch anfängliche Schwierigkeiten (ich war
damals ein kleiner Junge von zehn Jahren) brachten mich von ihnen
nicht ab. Weiße Deutsche Riesen begleiteten mich schon seit
meiner Schulzeit, während des Abiturs und in der Lehre,
heutzutage nach Feierabend und an den Wochenenden. Welche
Erfahrungen ich machte und was ich über sie gelernt habe,
möchte ich im Folgenden zu Papier bringen:
Das
Aussehen Unter
einem schönen Riesen stelle ich mir ein langes und doch
nicht schmal wirkendes Kaninchen vor, das sich auf seinen
stabilen, kräftigen, geraden und stempelartig auftretenden
Vorderläufen auf dem Tisch präsentiert. Es gibt Tiere
dieser Rasse, die bis zu drei Finger breite Vorderläufe
aufweisen und sich mit diesen von der Tischplatte abdrücken,
so dass eine schöne Bodenfreiheit entsteht. Heutige Riesen
besitzen ein gut abgerundetes Becken und dürfen sich nach
vorne nicht verjüngen. Eine kleine Wamme bei Häsinnen
halte ich nicht für tragisch. Ich habe sehr gute Erfahrungen
mit den etwas kürzeren und sehr dichten Fellen gemacht. Es
ist vor allem auf eine ausreichende Behaarung der Sprunggelenke
zu achten. Dies ist durch Selektion gut in den Griff zu bekommen,
so dass auch sehr schwere Tiere bei guter Einstreu keinerlei
Schwierigkeiten haben müssen.
Rassemerkmale
Kopf und Ohren Wie
bei allen Rassen ist der Kopf des Rammlers markanter als der der
Häsin. Er zeichnet sich sowohl durch starke Backen als auch
eine breite Stirn- und Schnauzpartie aus. Tränende Augen
sind in der Zucht zu vermeiden, weil sie sehr schön geformte
Köpfe unschön aussehen lassen. Ein äußert
wichtiges Rassemerkmal ist das Ohr. Erst wenn ein Riese das
typische Ohr zeigt, kann er beeindrucken. In meiner Zucht strebe
ich ein ziemlich langes, fleischiges und breitgeöffnetes Ohr
an, das gleichzeitig gut behaart ist. Wenn auf Ohrenlänge
gezüchtet wird, muss jedoch auch stärker auf die dann
problematischer werdende Ohrenhaltung geachtet werden. Als
optimal gilt die V-förmige Stellung. Wird diese nicht in
Mitleidenschaft gezogen, so gilt: Je länger die Ohren, desto
schöner und typischer. Auffällig ist, dass Körper-
und Ohrenlänge miteinander zusammenhängen.
Sauberkeit
ist sehr wichtig Die
Positionen „Farbe und Pflegezustand“ lassen sich
durch Haltungsbedingung sehr stark beeinflussen. Es mag sein,
dass verschiedene Felltypen die Erscheinung der Farbe
beeinflussen, doch kann der Züchter sehr viel durch
Sauberkeit mitbestimmen. Die Tiere müssen über das
ganze Jahr hinweg sauber gehalten werden; ein paar Tage vor der
Ausstellung hilft kaum noch irgendetwas. Je größer die
Bucht ist, desto länger bleibt sie sauber, was vor allem für
die Reinheit der Laufunterseite wichtig ist. Empfehlenswert sind
Kunststoffschubladen, die ein Herabtropfen von Urin auf untere
Boxen verhindert; auch sind sie nützlich beim Ausmisten.
Meine Buchten haben eine Fläche von 100 x 90 cm. Um die
Tiere sauber zu halten, füttere ich täglich mehr Heu
als gefressen wird, so dass sich ständig eine trockene
Schicht auf dem Boden befindet. Alle 14 Tage wird ausgemistet.
Von
Vorteil sind herausnehmbare Trennwände. Wird eine
benachbarte Box leer, so nehme ich die Trennwand heraus. Wenn
nach den ersten Ausstellungen schon Tiere verkauft sind, habe ich
zum Teil Platz, meine Riesen auf drei Meter Länge laufen zu
lassen. Die meisten benutzen dann ihre „Wohnung“, die
jetzt aus drei Buchten besteht, zu zwei Dritteln als
Aufenthaltsfläche, und nur ein Drittel wird verkotet.
Dadurch haben die Tiere annähernd weiße Laufsohlen,
das Bewegungsbedürfnis wird vollkommen befriedigt, und sie
fühlen sich sehr wohl, wobei dies kaum mehr Arbeit vom
Züchter abverlangt, da nur eine von drei Schubladen
regelmäßig gesäubert werden muss. Leider lassen
sich die Vorzüge dieser Stalleinrichtung nicht über das
ganze Jahr hinweg ausnutzen, weil die meiste Zeit über alle
Buchten belegt sind.
Die
ersten Lebensmonate sind von großer Bedeutung
Vor allem
im Frühjahr können sich die Häsinnen mit Jungen an
diesen Buchtendurchgängen erfreuen. Die Jungen haben vom
Herumtoben größeren Appetit und die Möglichkeit,
Muskeln zu bilden. Damit die Jungen in diesen großen
Ställen nicht stets in die Ecken flüchten, ist es
notwenig, sie immer wieder auf den Tisch zu setzen, damit die
Scheu überwunden wird. Dabei wird auch gleich der Zustand
der Jungetiere begutachtet und die Stellung geschult.
In
den Buchten können die Würfe sehr lange bei den
Häsinnen bleiben. Zwar heißt es, dass die
Milchleistung nach drei Wochen rapide nachlässt, doch ich
habe festgestellt, dass die Jungtiere, die acht bis zehn Wochen
bei der Mutter gelassen wurden, besser gedeihen, als solche, die
schon nach etwa fünf bis sechs Wochen abgesetzt wurden.
Oftmals habe ich zehn bis zwölf Wochen alte Jungtiere beim
Säugen beobachtet, was ein Beweis dafür ist, dass nach
dieser Zeit immer noch Milch vorhanden ist. Ich denke, dass auch
die nur noch kleine Menge Milch das Gedeihen der Jungtiere
positiv beeinflusst.
Schlachtet
man fehlerhafte Tiere in diesem Alter, damit die schöneren
Wurfgeschwister so viel wertvolle Milch wie möglich
erhalten, so bekommt man zartes Fleisch ohne jegliches Fett. Vor
allem die jungen Riesenkaninchen benötigen für ihr
enorm schnelles Wachstum genügend Futter und Muttermilch.
Was den jungen Riesen fehlt, können sie nie mehr aufholen.
Das gilt schon für die ersten Tage im Nest. Die
Milchleistung des Muttertieres ist besonders wichtig. Von
Bedeutung ist dies auch für die Ohrlänge, da sich die
Ohren vor allem in den ersten Lebensmonaten entwickeln. Deshalb
sind die Jungtiere auch sehr nährstoffreich zu füttern.
Wärme spielt ebenfalls eine Rolle. So bekommen Tiere vom Mai
oft längere Ohren als z.B. diejenigen vom Januar.
Aus
Jungtieren, die einmal gekränkelt haben, werden keine
schönen Riesen. Mit ganzjähriger Heufütterung, hin
und wieder kleinen Gaben von Grün, Pellets, Mais und
frischem Trinkwasser bin ich bisher gut zurechtgekommen. Die
Futter- und Wassertröge habe ich ca. 20 cm über dem
Boden befestigt, damit der Inhalt nicht so schnell verschmutzt
und die angesprochene schöne Stellung anerzogen wird, wie
dies auch von Hasenkaninchenzüchtern praktiziert wird. Nach
dem Absetzen haben die Tiere einzeln untergebracht am Meisten
Ruhe und entwickeln sich bei entsprechenden Bedingungen recht
gut. Durch Einzelhaltung wird auch gegen Bisswunden vorgebeugt.
Bei
der Zucht ist darauf zu achten, dass man keine zu leichten
Elterntiere einsetzt. Bei Zuchttieren halte ich ein Gewicht von
7,5 Kilo schon für die Untergrenze.
Dietmar
Steigmann
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Dass
ich einmal Kaninchen züchte, hätte ich mir vor ein paar
Jahren niemals Träumen lassen. Schuld an dem ganzen, mein
Ehemann! Seit Jahrzehnten ein begeisterter Kleintierzüchter
jedoch im Sektor kleine Rassen. Vor einiger Zeit, meinte er, wenn
ich einmal auf einer Ausstellung etwas sehen würde wo mir
gefällt, so soll ich es Ihm doch sagen. Gesagt getan!!! Wir
gingen kurz darauf auf eine Vergleichsschau, da standen sie, WOW.
. . Die
Deutschen Riesen!!! Diese
majestätische Erscheinung, absolute Königsklasse! Für
mich Begeisterung pur, die Tiere sind sehr zutraulich, fast wie
kleine Hunde. Im darauffolgendem Jahr entschied ich mich in den
Riesenclub Württemberg einzutreten. Auch hier habe ich es
bis heute nicht bereut und was meiner Ansicht nach auch überaus
wichtig ist. Clubschauen und Fachvorträge finden statt und
was natürlich oberste Priorität hat, die
Tierbesprechungen. Hier lernen nicht nur „alte Hasen“
hier wird einem „Neuling“ von A wie Ausstellungen bis
Z wie Züchten beigebracht, bzw. gesagt auf was es ankommt.
Was mich auch besonders am Riesenclub Württemberg
begeistert, hier ist wirklich von „jung bis alt“
alles vertreten, besonders auch das weibliche Geschlecht. Was
natürlich auch nicht fehlen darf ist die Geselligkeit, auch
diese kommt in unserem Club nicht zu kurz. Ich kann nur jedem
Riesenzüchter empfehlen sich dem Club anzuschließen.
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