hier entstehen Züchterportrais von aktiven Züchtern: 

 

Dietmar Steigmann

züchtet Deutsche Riesen wildfarben und weiss


Von der Zucht der Riesenkaninchen bin ich mittlerweile so begeistert, dass ich die im Vergleich zu kleineren Rassen höheren Ansprüche bezüglich Futtermenge, Platzbedarf und baldigem Zuchtbeginn gerne in Kauf nehme. Schon vor zwölf Jahren haben es mir die Riesen angetan; ich begann die Weißen zu züchten. Auch anfängliche Schwierigkeiten (ich war damals ein kleiner Junge von zehn Jahren) brachten mich von ihnen nicht ab. Weiße Deutsche Riesen begleiteten mich schon seit meiner Schulzeit, während des Abiturs und in der Lehre, heutzutage nach Feierabend und an den Wochenenden. Welche Erfahrungen ich machte und was ich über sie gelernt habe, möchte ich im Folgenden zu Papier bringen:

Das Aussehen
Unter einem schönen Riesen stelle ich mir ein langes und doch nicht schmal wirkendes Kaninchen vor, das sich auf seinen stabilen, kräftigen, geraden und stempelartig auftretenden Vorderläufen auf dem Tisch präsentiert. Es gibt Tiere dieser Rasse, die bis zu drei Finger breite Vorderläufe aufweisen und sich mit diesen von der Tischplatte abdrücken, so dass eine schöne Bodenfreiheit entsteht. Heutige Riesen besitzen ein gut abgerundetes Becken und dürfen sich nach vorne nicht verjüngen. Eine kleine Wamme bei Häsinnen halte ich nicht für tragisch. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit den etwas kürzeren und sehr dichten Fellen gemacht. Es ist vor allem auf eine ausreichende Behaarung der Sprunggelenke zu achten. Dies ist durch Selektion gut in den Griff zu bekommen, so dass auch sehr schwere Tiere bei guter Einstreu keinerlei Schwierigkeiten haben müssen. 

Rassemerkmale Kopf und Ohren
Wie bei allen Rassen ist der Kopf des Rammlers markanter als der der Häsin. Er zeichnet sich sowohl durch starke Backen als auch eine breite Stirn- und Schnauzpartie aus. Tränende Augen sind in der Zucht zu vermeiden, weil sie sehr schön geformte Köpfe unschön aussehen lassen. Ein äußert wichtiges Rassemerkmal ist das Ohr. Erst wenn ein Riese das typische Ohr zeigt, kann er beeindrucken. In meiner Zucht strebe ich ein ziemlich langes, fleischiges und breitgeöffnetes Ohr an, das gleichzeitig gut behaart ist. Wenn auf Ohrenlänge gezüchtet wird, muss jedoch auch stärker auf die dann problematischer werdende Ohrenhaltung geachtet werden. Als optimal gilt die V-förmige Stellung. Wird diese nicht in Mitleidenschaft gezogen, so gilt: Je länger die Ohren, desto schöner und typischer. Auffällig ist, dass Körper- und Ohrenlänge miteinander zusammenhängen. 

Sauberkeit ist sehr wichtig
Die Positionen „Farbe und Pflegezustand“ lassen sich durch Haltungsbedingung sehr stark beeinflussen. Es mag sein, dass verschiedene Felltypen die Erscheinung der Farbe beeinflussen, doch kann der Züchter sehr viel durch Sauberkeit mitbestimmen. Die Tiere müssen über das ganze Jahr hinweg sauber gehalten werden; ein paar Tage vor der Ausstellung hilft kaum noch irgendetwas. Je größer die Bucht ist, desto länger bleibt sie sauber, was vor allem für die Reinheit der Laufunterseite wichtig ist. Empfehlenswert sind Kunststoffschubladen, die ein Herabtropfen von Urin auf untere Boxen verhindert; auch sind sie nützlich beim Ausmisten. Meine Buchten haben eine Fläche von 100 x 90 cm. Um die Tiere sauber zu halten, füttere ich täglich mehr Heu als gefressen wird, so dass sich ständig eine trockene Schicht auf dem Boden befindet. Alle 14 Tage wird ausgemistet.

Von Vorteil sind herausnehmbare Trennwände. Wird eine benachbarte Box leer, so nehme ich die Trennwand heraus. Wenn nach den ersten Ausstellungen schon Tiere verkauft sind, habe ich zum Teil Platz, meine Riesen auf drei Meter Länge laufen zu lassen. Die meisten benutzen dann ihre „Wohnung“, die jetzt aus drei Buchten besteht, zu zwei Dritteln als Aufenthaltsfläche, und nur ein Drittel wird verkotet. Dadurch haben die Tiere annähernd weiße Laufsohlen, das Bewegungsbedürfnis wird vollkommen befriedigt, und sie fühlen sich sehr wohl, wobei dies kaum mehr Arbeit vom Züchter abverlangt, da nur eine von drei Schubladen regelmäßig gesäubert werden muss. Leider lassen sich die Vorzüge dieser Stalleinrichtung nicht über das ganze Jahr hinweg ausnutzen, weil die meiste Zeit über alle Buchten belegt sind.

 Die ersten Lebensmonate sind von großer Bedeutung
Vor allem im Frühjahr können sich die Häsinnen mit Jungen an diesen Buchtendurchgängen erfreuen. Die Jungen haben vom Herumtoben größeren Appetit und die Möglichkeit, Muskeln zu bilden. Damit die Jungen in diesen großen Ställen nicht stets in die Ecken flüchten, ist es notwenig, sie immer wieder auf den Tisch zu setzen, damit die Scheu überwunden wird. Dabei wird auch gleich der Zustand der Jungetiere begutachtet und die Stellung geschult.

In den Buchten können die Würfe sehr lange bei den Häsinnen bleiben. Zwar heißt es, dass die Milchleistung nach drei Wochen rapide nachlässt, doch ich habe festgestellt, dass die Jungtiere, die acht bis zehn Wochen bei der Mutter gelassen wurden, besser gedeihen, als solche, die schon nach etwa fünf bis sechs Wochen abgesetzt wurden. Oftmals habe ich zehn bis zwölf Wochen alte Jungtiere beim Säugen beobachtet, was ein Beweis dafür ist, dass nach dieser Zeit immer noch Milch vorhanden ist. Ich denke, dass auch die nur noch kleine Menge Milch das Gedeihen der Jungtiere positiv beeinflusst.

Schlachtet man fehlerhafte Tiere in diesem Alter, damit die schöneren Wurfgeschwister so viel wertvolle Milch wie möglich erhalten, so bekommt man zartes Fleisch ohne jegliches Fett. Vor allem die jungen Riesenkaninchen benötigen für ihr enorm schnelles Wachstum genügend Futter und Muttermilch. Was den jungen Riesen fehlt, können sie nie mehr aufholen. Das gilt schon für die ersten Tage im Nest. Die Milchleistung des Muttertieres ist besonders wichtig. Von Bedeutung ist dies auch für die Ohrlänge, da sich die Ohren vor allem in den ersten Lebensmonaten entwickeln. Deshalb sind die Jungtiere auch sehr nährstoffreich zu füttern. Wärme spielt ebenfalls eine Rolle. So bekommen Tiere vom Mai oft längere Ohren als z.B. diejenigen vom Januar.

Aus Jungtieren, die einmal gekränkelt haben, werden keine schönen Riesen. Mit ganzjähriger Heufütterung, hin und wieder kleinen Gaben von Grün, Pellets, Mais und frischem Trinkwasser bin ich bisher gut zurechtgekommen. Die Futter- und Wassertröge habe ich ca. 20 cm über dem Boden befestigt, damit der Inhalt nicht so schnell verschmutzt und die angesprochene schöne Stellung anerzogen wird, wie dies auch von Hasenkaninchenzüchtern praktiziert wird. Nach dem Absetzen haben die Tiere einzeln untergebracht am Meisten Ruhe und entwickeln sich bei entsprechenden Bedingungen recht gut. Durch Einzelhaltung wird auch gegen Bisswunden vorgebeugt.

Bei der Zucht ist darauf zu achten, dass man keine zu leichten Elterntiere einsetzt. Bei Zuchttieren halte ich ein Gewicht von 7,5 Kilo schon für die Untergrenze. 

Dietmar Steigmann

 

  

Armin Leins

züchtet Deutsche Riesen gelb

 

  

Erich Schlegel

züchtet Deutsche Riesen wildfarben

 

  

Christa Jaus

züchtet Deutsche Riesen wildfarben

 

 

 Heike Koller


züchtet Deutsche Riesen wildfarben

Dass ich einmal Kaninchen züchte, hätte ich mir vor ein paar Jahren niemals Träumen lassen. Schuld an dem ganzen, mein Ehemann!
Seit Jahrzehnten ein begeisterter Kleintierzüchter jedoch im Sektor kleine Rassen. Vor einiger Zeit, meinte er, wenn ich einmal auf einer Ausstellung etwas sehen würde wo mir gefällt, so soll ich es Ihm doch sagen. Gesagt getan!!! Wir gingen kurz darauf auf eine Vergleichsschau, da standen sie, WOW. . .
Die Deutschen Riesen!!!
Diese majestätische Erscheinung, absolute Königsklasse! Für mich Begeisterung pur, die Tiere sind sehr zutraulich, fast wie kleine Hunde. Im darauffolgendem Jahr entschied ich mich in den Riesenclub Württemberg einzutreten. Auch hier habe ich es bis heute nicht bereut und was meiner Ansicht nach auch überaus wichtig ist. Clubschauen und Fachvorträge finden statt und was natürlich oberste Priorität hat, die Tierbesprechungen. Hier lernen nicht nur „alte Hasen“ hier wird einem „Neuling“ von A wie Ausstellungen bis Z wie Züchten beigebracht, bzw. gesagt auf was es ankommt. Was mich auch besonders am Riesenclub Württemberg begeistert, hier ist wirklich von „jung bis alt“ alles vertreten, besonders auch das weibliche Geschlecht. Was natürlich auch nicht fehlen darf ist die Geselligkeit, auch diese kommt in unserem Club nicht zu kurz. Ich kann nur jedem Riesenzüchter empfehlen sich dem Club anzuschließen.

 

  

Roman Schubmann


züchtet Deutsche Riesen wildfarben und blau


weitere Züchter folgen. . .